Es gibt Autos, die bleiben als Straßenbewohner präsent, selbst wenn sie längst nicht mehr im Neuwagenkatalog stehen. Der Opel Adam ist so ein Fall: Von 2012 bis 2019 gebaut (AUTO BILD (Auto-Magazin)), war er Opels Antwort auf den Mini-Kult – und verschwand dann leise. Dieser Ratgeber zeigt, warum das so kam, wo die Schwachstellen liegen und für wen sich der Gebrauchtwagenkauf heute noch lohnt.

Produktionszeitraum: 2012–2019 ·
Fahrzeugklasse: Kleinstwagen ·
Neupreis (2019): 11.500–17.000 € ·
Länge: 3,70 m ·
Sitzplätze: 4

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Genaue produzierte Stückzahlen nicht öffentlich (VERTI)
  • Langzeit-Zuverlässigkeit nur über ADAC-Daten zugänglich (VERTI)
3Zeitleisten-Signal
  • 2012: Markteinführung (AUTO BILD)
  • 2015: Facelift (AUTO BILD)
  • 2019: Produktionsende (AUTO BILD)
4Wie es weitergeht
  • Nur noch als Gebrauchtwagen erhältlich (AUTO BILD)
  • Preise ab ca. 5.400 € (AUTO BILD)

Sechs Kernfakten zum Opel Adam, zusammengefasst:

Merkmal Wert
Hersteller Opel Automobile GmbH
Produktionszeitraum 2012–2019
Karosserieform Dreitüriger Kleinstwagen
Motorisierungen 1.0 L (55–85 kW), 1.2 L (51 kW), 1.4 L (64–74 kW)
Antrieb Vorderradantrieb
Kofferraumvolumen 170 Liter

Warum gibt es keine Opel Adam mehr?

Der Markt für Kleinstwagen schrumpfte kontinuierlich – und der Adam traf diesen Trend mit voller Wucht.

Produktionsende und Gründe

  • Opel stellte die Produktion des Adam 2019 ein (AUTO BILD (Auto-Magazin))
  • Grund: Rückgang der Nachfrage nach Kleinstwagen
  • Opel fokussierte sich auf profitablere Modelle (SUV und Elektro)

Opel selbst bestätigte, dass die Nachfrage nach dem Adam und ähnlichen Modellen wie dem Karl (2015–2019) nicht mehr ausreichte, um die Produktion wirtschaftlich zu betreiben. Der Hersteller konzentrierte sich stattdessen auf den Crossland, Mokka und später den elektrischen Corsa-e.

Fazit: Der Opel Adam scheiterte nicht an schlechter Qualität, sondern am Markt. SUV und Crossover verdrängten den klassischen Kleinstwagen – für Opel war es die rationale Entscheidung, das Modell sterben zu lassen. Käufer eines gebrauchten Adam profitieren davon: Preiswerter Einstieg, aber mit eingeschränkter Alltagstauglichkeit.

Marktentwicklung und Nachfrage

Die Masse an verfügbaren Gebrauchtwagen zeigt: Der Adam war kein Flop – er wurde in großer Stückzahl verkauft. Heute drücken die schiere Menge und der fehlende Neuheitsbonus den Preis. Für Käufer bedeutet das: Gute Chancen auf ein gepflegtes Exemplar, aber auch erhöhte Vorsicht vor lieblos behandelten Fahrzeugen.

Der Markt für Kleinstwagen ist in Deutschland von 2010 bis 2020 um rund 40 % geschrumpft. Der Adam traf damit einen schrumpfenden Kuchen – sein eigenes Design konnte ihn nicht retten.

Der Handlungsdruck

Wer heute einen Opel Adam kauft, muss akzeptieren: Er wird nie ein Sammlerstück. Der Wertverlust ist drastisch – nach fünf Jahren waren die Preise auf rund die Hälfte des Neupreises gefallen. Die Ersatzteilversorgung aber ist über Opel langfristig gesichert, da viele Teile mit dem Corsa D geteilt werden.

Das Produktionsende 2019 traf den Adam in seiner siebten Modellgeneration – ein Facelift 2015 hatte noch einmal neue Motoren und eine überarbeitete Front gebracht. Doch auch das half nicht gegen den Trend: Käufer wanderten zu höher gebauten Kleinwagen mit mehr Platz ab.

Ist ein Opel Adam ein gutes Auto?

Fahrleistung und Komfort

Der Opel Adam wurde mit Benzinmotoren von 69 PS (1.2 Sauger) bis 150 PS (1.4 Turbo) angeboten (AUTO BILD (Auto-Magazin)). VERTI (Versicherungsportal) nennt die gängigeren Varianten mit 70, 87 und 100 PS. Die 1.2-Version mit 69 PS gilt als grundsolide, aber lahm – für Stadtfahrten reicht es, auf der Autobahn wird es anstrengend.

Der Adam ist ein typischer Stadtflitzer: Sein Radstand von 2,31 Metern und die kurzen Überhänge machen ihn wendig. Die Lenkung ist direkt, das Fahrwerk straff – eher go-kart-artig als komfortabel. Gerade die Variante “Adam S” mit dem 150-PS-Turbomotor zeigte, dass der Kleine auch sportlich konnte.

Der Kompromiss

Der Adam fährt sich in der Stadt wie ein go-kart, aber Langstreckenfahrer sollten ihn meiden: Der Kofferraum mit 170 Litern passt nicht einmal für einen Wocheneinkauf einer vierköpfigen Familie. Die straffe Federung wird auf schlechten Landstraßen zum Nachteil.

Zuverlässigkeit im Alltag

  • ADAC-Pannenstatistik: durchschnittliche Zuverlässigkeit (VERTI (Versicherungsportal))
  • Häufige Mängel: Ölverlust und marode Lenkgelenke bei der Hauptuntersuchung (AUTO BILD)
  • Baujahre 2013–2015: Vorderer Achsträger auf Rost prüfen (Motor-Talk Forum (Online-Community))

Der Opel Adam ist kein Problemkind, aber auch kein Musterknabe. Der ADAC sieht ihn im Mittelfeld – das bedeutet: Keine Serienpanik, aber typische Schwachstellen. Vor allem Ölverlust an der Zylinderkopfhaube tritt bei älteren Exemplaren auf. Die Lenkgelenke der Vorderachse nutzen sich schneller ab als bei Konkurrenten – ein Prüfpunkt, der bei der Hauptuntersuchung oft auffällt.

Verlässlichkeit hängt stark von der Pflege ab. Ein Forumshinweis empfiehlt, vor dem Kauf ein Durchstempeln des Scheckhefts und eine Bewertung durch DEKRA oder TÜV einzuholen (Motor-Talk Forum). Das ist bei jedem Gebrauchtwagenkauf sinnvoll, aber beim Adam mit seinem hohen Wertverlust besonders.

Fazit: Der Opel Adam ist kein schlechtes Auto, aber ein Nischenprodukt. Er macht in der Stadt Spaß und bietet viel Individualität – doch die Kosten pro Kilometer sind höher als bei effizienteren Konkurrenten. Käufer mit kurzen Wegen und Lust auf Design werden ihn lieben; Vielfahrer und Familien sollten sich besser nach Alternativen umsehen.

Kosten- und Nutzenbewertung

  • Preis gebraucht: ab 5.400 € (AUTO BILD)
  • Turbo-Varianten: ab rund 8.000 € (mobile.de Magazin)
  • Kraftstoffverbrauch: ab 5,5 l/100 km (laut Werksangabe, real eher 6,5–7,5 l)

Der Adam ist günstig im Erwerb, aber nicht unbedingt im Unterhalt. Sein Verbrauch liegt über dem von VW up! (ab 4,5 l/100 km) und Fiat 500 (ab 5,0 l/100 km). Wer viel fährt, spürt das an der Tankstelle. Die Versicherungskosten sind moderat: Einstufung je nach Motor zwischen Typklasse 14 und 18 (Haftpflicht). Für Fahranfänger ist der Adam mit 69 PS günstig zu versichern.

Das Muster ist klar: Der Adam fordert vom Fahrer einen Kompromiss zwischen Stil und Effizienz.

Ist der Opel Adam ein Frauenauto?

Klischee oder Realität?

  • Der Opel Adam wurde oft als Frauenauto wahrgenommen (kaum belegbar, aber starke Markenwahrnehmung)
  • Opel selbst betonte das individuelle Design für alle (AUTO BILD)

Technisch gibt es keine Unterschiede nach Geschlecht. Der Adam ist ein Kleinstwagen mit niedrigem Schwerpunkt, guter Rundumsicht und einfacher Bedienung – Eigenschaften, die allen Fahrern entgegenkommen. Dass er als Frauenauto galt, liegt wohl am Marketing: Opel bewarb den Adam oft mit bunten Sondermodellen wie “Adam Jam” und “Adam Glam”, die auf ein weibliches Klischee abzielten.

Das Paradox

Der Opel Adam war als lifestyle-orientiertes Fahrzeug positioniert – und wurde dadurch in eine Schublade gesteckt, die den Absatz bei männlichen Käufern begrenzte. Der Adam S mit 150 PS hätte dieses Bild korrigieren können, doch die Produktion endete zu früh.

Zielgruppe und Design

Die Zielgruppe war jung, urban und designbewusst – unabhängig vom Geschlecht. Der Adam brachte als erstes Opel-Modell eine App-Anbindung (Opel OnStar in späteren Versionen) und eine App zur Individualisierung der Innenraumbeleuchtung. Das war 2014 fortschrittlich. Das Design mit den charakteristischen vorderen Stoßfängern und den optionalen 17-Zoll-Leichtmetallrädern sprach Modebewusste an.

In der Praxis fahren Männer und Frauen den Adam gleichermaßen – die Bestandsdaten zeigen keine auffällige Schieflage. Die Wahrnehmung ist ein Relikt aus der Zeit, als kleinere Autos pauschal als “Frauenauto” abgestempelt wurden. Der Mini Cooper und der Fiat 500 haben den Ruf längst abgelegt, der Adam bleibt daran haften – ohne Grund.

Der Fahrspaß ist geschlechtsneutral – das Klischee hält lediglich am Modell fest.

Wer war Adam Opel?

Gründer der Marke Opel

  • Adam Opel gründete 1862 eine Nähmaschinenfabrik in Rüsselsheim (Wikipedia (Enzyklopädie))
  • Er begann erst nach seinem Tod (1895) mit der Automobilproduktion ab 1899

Adam Opel war ein findiger Unternehmer, der zuerst Nähmaschinen baute – ein boomender Markt im 19. Jahrhundert. Erst seine Söhne führten die Firma ins Automobilgeschäft. Der Opel Adam trägt seinen Namen als Hommage an den Gründer, nicht als direkte technische Referenz.

Leben und Wirken

Adam Opel (1837–1895) lernte das Schlosserhandwerk und reiste durch Europa, bevor er 1862 seine eigene Werkstatt in Rüsselsheim eröffnete. Die Nähmaschinenproduktion wuchs schnell – 1890 beschäftigte er bereits über 1.000 Mitarbeiter. Nach seinem Tod übernahmen seine Söhne die Firma und wagten den Schritt zum Automobilbau. Der Opel Adam ist das erste Modell, das den Vornamen des Gründers trägt – ein Marketing-Coup, der die Markenidentität stärken sollte.

Die Verbindung zum Gründer unterstreicht die Markenidentität, doch das Modell selbst steht für eine andere Ära.

Welche Nachteile hat der Opel Adam?

Platzangebot und Alltagstauglichkeit

  • Kofferraum: nur 170 Liter (VERTI)
  • Im Fond wenig Beinfreiheit (nur für kurze Strecken geeignet)

Der Adam ist ein reiner Stadtflitzer – wer ihn als Familienauto nutzt, wird schnell an seine Grenzen stoßen. Der Kofferraum fasst 170 Liter, das ist weniger als ein großer Reisekoffer. Bei umgeklappten Sitzen sind es 663 Liter – okay für den Umzug eines Studenten, aber nicht für den Alltag einer Familie. Die Rückbank ist eng: Erwachsene passen nur auf kurzen Fahrten mit.

Motor und Verbrauch

  • Hoher Kraftstoffverbrauch im Vergleich zu Konkurrenten wie VW up! oder Fiat 500 (mobile.de Magazin)
  • Realverbrauch: 6,5–7,5 l/100 km (je nach Fahrweise und Motor)

Der Adam trinkt mehr als die Konkurrenz. Der 1.2-Sauger verbraucht real etwa 6,5 Liter, der 1.4 Turbo gerne über 7,5 Liter. Das liegt am höheren Gewicht (ca. 1.100 kg) und der weniger effizienten Motorsteuerung. Der Vorteil: Die Motoren laufen robust und sind wartungsarm.

Wertverlust und Gebrauchtwagenmarkt

  • Starker Wertverlust nach Neukauf (nach fünf Jahren rund 50 % des Neupreises)
  • Aktuell viele Angebote – aber auch viel Ausschuss (mobile.de Magazin)

Der Adam verliert schnell an Wert – für Neuwagenkäufer ein Problem, für Gebrauchtwagenkäufer eine Chance. Fünf Jahre alte Exemplare kosten oft die Hälfte des Neupreises. Aber: Die Masse der Angebote lockt auch schlecht gepflegte Autos an. Ein unfallfreies Modell mit Scheckheft zu finden, braucht Geduld.

Fazit: Der Opel Adam ist kein Alleskönner. Sein Platzmangel und der hohe Verbrauch sind die größten Nachteile. Käufer, die einen reinen Stadtflitzer suchen, kommen mit ihm klar – wer mehr erwartet, wird enttäuscht.

Welches Auto ähnelt dem Opel Adam?

Ein Blick auf die direkten Konkurrenten zeigt: Der Adam ist kein Platzwunder, aber auch kein Fehlkauf.

Modell Länge Kofferraum Preis gebraucht (ca.)
Opel Adam 3,70 m 170 l ab 5.400 €
Fiat 500 3,57 m 185 l ab 5.000 €
Mini Cooper 3,82 m 211 l ab 7.000 €
VW up! 3,60 m 251 l ab 4.500 €
Renault Twingo 3,62 m 219 l ab 4.000 €

Die Tabelle zeigt: Der Adam liegt preislich im Mittelfeld, bietet aber den kleinsten Kofferraum.

Direkte Konkurrenten: Fiat 500, Mini Cooper

  • Fiat 500 und Mini Cooper sind ähnliche Kleinstwagen mit starkem Markenimage (VERTI)
  • Der Mini Cooper bietet mehr Platz (211 l Kofferraum) und stärkere Motoren

Fiat 500 und Mini Cooper sind die direkten Konkurrenten – alle drei setzen auf Stil statt auf reine Zweckmäßigkeit. Der Mini ist teurer in der Anschaffung, aber wertstabiler. Der Fiat 500 ist günstiger und ebenso modisch – der Adam liegt preislich dazwischen, aber mit schlechterer Raumausnutzung.

Vergleich mit VW up! und Renault Twingo

  • VW up! und Renault Twingo bieten deutlich mehr Platz bei günstigeren Preisen
  • Der VW up! ist sparsamer (ab 4,5 l/100 km) und hat den größten Kofferraum in der Klasse

Wer auf den Kofferraum angewiesen ist, sollte zum VW up! oder Renault Twingo greifen. Der up! ist mit 251 Litern der Testsieger in Sachen Raumökonomie. Der Twingo bietet den Vorteil der heckgetriebenen Wendigkeit bei geringerem Verbrauch (ab 5,0 l/100 km). Beide sind günstiger in der Versicherung und haben eine bessere Ersatzteilsituation.

Fazit: Der Opel Adam ist kein Platzwunder, aber auch kein Fehlkauf. Wer den Stil mag und in der Stadt lebt, wird glücklich. Wer mehr Platz oder Effizienz braucht, greift zum VW up! oder Renault Twingo.

Fazit und Ausblick

Der Opel Adam ist ein Nischenfahrzeug – für Puristen des stylischen Stadtflitzers, die bereit sind, Kompromisse bei Platz und Verbrauch einzugehen. Der Markt für Kleinstwagen schrumpft, und der Adam ist ein Relikt dieser Ära. Wer heute einen gebrauchten Adam kauft, bekommt ein solides, wartungsfreundliches Auto mit hohem Individualisierungspotenzial – aber auch mit spürbaren Nachteilen. Der Wertverlust ist hoch, die Ersatzteilversorgung aber gesichert. Der Käufer mit kurzen Wegen und Lust auf Design: Der Adam ist eine gute Wahl. Der Vielfahrer: greift besser zum VW up! oder Renault Twingo.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist der Kraftstoffverbrauch des Opel Adam?

Der Werksverbrauch liegt ab 5,5 l/100 km, real sind 6,5–7,5 l/100 km üblich (je nach Motor und Fahrweise).

Hat der Opel Adam eine Anhängerkupplung?

Ja, der Opel Adam kann mit einer abnehmbaren Anhängerkupplung ausgerüstet werden (max. Anhängelast gebremst ca. 500 kg). Allerdings ist der Einbau aufwendig und teuer.

Welche Farben gab es für den Opel Adam?

Der Opel Adam wurde in zahlreichen zwei- und dreifarbigen Lackierungen angeboten, darunter Rot, Blau, Grün, Schwarz, Weiß und Orange.

Ist der Opel Adam für Familien geeignet?

Kaum: Der Kofferraum (170 l) und die enge Rückbank machen ihn nur für Singles oder Paare ohne Kinder geeignet.

Wie teuer ist die Versicherung für einen Opel Adam?

Je nach Motor liegt die Typklasse bei 14–18 für die Haftpflicht. Bei Teil- und Vollkasko sind die Klassen moderat.

Gibt es den Opel Adam als Elektroauto?

Nein, der Opel Adam wurde nur mit Benzinmotoren angeboten. Opel hat nie eine elektrifizierte Version des Adam produziert.

Welche Ausstattungslinien gab es (Jam, Glam, Rocks)?

Die wichtigsten Linien waren: Jam (Basis), Glam (Luxus) und Rocks (Offroad-Optik). Seltener gab es das Sondermodell “Adam S” mit Sportfahrwerk.